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Was ist Pagerank?
Pagerank ist Googles patentierte Technologie, mit dem die Suchmaschine versucht, die Qualitat einer Webseite zu beurteilen. Einfach: Je hoher der Pagerank einer Seite, desto besser wird sie (bei gleichem Seiteninhalt) bei den Suchergebnissen gelistet.
Wie kann ich meinen Pagerank bestimmen
Um den Pagerank der eigenen Seiten festzustellen, ist es am besten, sich die Google Toolbar zu installieren. Dies ist eine Erweiterung fur den Internet Explorer, welche ein paar nutzliche Elemente zur Abfrage von Google Ergebnissen bereitstellt. Unter anderem gehort zu dieser Toolbar auch eine Leiste, die den Pagerank der gerade besuchten Seite mit einem mehr oder weniger langen grunen Balken mit Werten zwischen 0 und 10 anzeigt. Je hoher dieser Pagerank Wert, desto besser ist Googles Meinung uber die entsprechende Seite.
Wie berechnet sich der Pagerank
Die genaue Formel zur Berechnung des Pagerank ist ein von Google gut gehutetes Geheimnis. Die ursprunglich an der Stanford University entwickelte Formel lautet folgendermassen:
PR(A) = (1-d) + d (PR(T1)/C(T1) + ... + PR(Tn)/C(Tn))
Wobei PR(X) den Pagerank der Seite X angibt, C(Y) die Anzahl ausgehender Links von Seite Y bezeichnet, und d der sogenannte Dampfungsfaktor ist. Der Dampfungsfaktor ist ein Wert zwischen 0 und 1, der von Google festgelegt wird und nicht bekannt ist. Er soll aber um 0.85 liegen.
Der Pagerank einer Seite X (es geht hier um einzelne Seiten, nicht um Domains!) hangt also ab von der Anzahl der Links anderer Seiten (T1, ..., Tn) auf die Seite X, vom Pagerank der Seiten T1 bis Tn, sowie der Anzahl der ausgehenden Links auf T1 bis Tn.
Ein Link von einer anderen Seite ist also dann besonders wertvoll wenn:
Diese Seite selbst einen hohen Pagerank hat
Es nur wenig ausgehende Links von dieser Seite gibt
Eine Seite mit hunderten ausgehenden Links ist somit fur die Weitergabe von Pagerank quasi wertlos.
Die tatsachliche Formel fur den Pagerank ist inzwischen allerdings weitaus komplexer, es wurde schon behauptet, dass etwa 700 Faktoren zur Berechnung des Pagerank herangezogen werden. Weiterhin fallt auf, dass der durch diese Formel bestimmte Pagerank keineswegs zwischen 0 und 10 liegt, sondern ein theoretisches Maximum hat, welches von der Anzahl aller bekannten Webseiten abhangt. Es muss also eine Skalierung stattfinden. Fur ein grundlegendes Verstandnis des Pagerank ist obige Formel allerdings vollig ausreichend.
Relevanz einer Seite
Fur die Positionierung einer Seite in den Suchergebnissen bedient sich Google neben dem Pagerank der Relevanz der Seite fur die entsprechende Suchanfrage. Fur die Relevanz wird eine sogenannte IR Score fur die Seite berechnet. Diese setzt sich aus internen Faktoren, wie Anzahl und Position (Titel, Uberschrift, normaler Text, etc.) der Suchbegriffe, sowie externen Faktoren wie Ankertext bei den verlinkenden Seiten zusammen.
Zuletzt wird das Produkt aus dem Pagerank und der IR Score der Seite gebildet. Je hoher dieses Produkt, desto besser wird die entsprechende Seite unter den Suchergebnissen gelistet.
Der Effekt ausgehender Links
Da das PageRank-Verfahren die Link-Struktur des gesamten Webs abbildet, ist es unausweichlich, dass wenn eingehende Links einen Einfluss auf den PageRank haben, das gleiche auch fur ausgehende Links gilt. Zur Darstellung der Effekte ausgehender Links soll wieder ein kleines Beispiel dienen.
Betrachtet wird ein Web aus zwei Websites, die jeweils zwei Seiten beinhalten. Die eine Site besteht aus den Seiten A und B, die andere aus den Seiten C und D. Die beiden Seiten einer jeden Site verlinken sich jeweils gegeneinander. Es wird unmittelbar deutlich, dass jede der Seiten einen ursprunglichen PageRank von 1 inne hat. Nun wird Seite A ein externer Link auf Seite C hinzugefugt. Fur den PageRank der einzelnen Seiten ergeben sich bei einem angenommenen Dampfungsfaktor d von 0.75 die folgenden Gleichungen:
PR(A) = 0.25 + 0.75 PR(B)
PR(B) = 0.25 + 0.375 PR(A)
PR(C) = 0.25 + 0.75 PR(D) + 0.375 PR(A)
PR(D) = 0.25 + 0.75 PR(C)
Die Losung dieses Gleichungssystems ergibt die folgenden Werte:
PR(A) = 14/23
PR(B) = 11/23
und somit einen aufsummierten PageRank von 25/23 fur die erste Site,
PR(C) = 35/23
PR(D) = 32/23
und damit einen aufsummierten PageRank von 67/23 fur die zweite Site. Der aufsummierte PageRank beider Sites in Hohe von 92/23 = 4 bleibt also erhalten. Das Hinzufugen von Links hat also keinen Einfluss auf den aufsummierten PageRank des Webs. Ferner ist damit der Gewinn der verlinkten Site genauso gro? wie der Verlust der anderen.
Der tatsachliche Effekt ausgehender Links
Wie bereits gezeigt, ist der Gewinn eines geschlossenen Systems auf das ein zusatzlicher Link gesetzt wird, gegeben durch
(d / (1-d)) ? (PR(X) / C(X)),
wobei X die verlinkende Seite, PR(X) deren PageRank und C(X) die Anzahl der ausgehenden Links von Seite X ist. Dieser Wert beschreibt damit auch den PageRank-Verlust, der einem vormals geschlossenen System daraus entsteht, dass einer Seite X innerhalb dieses Systems ein ausgehender Link hinzugefugt wird.
Bedingung fur die angegebene Formel ist, dass die verlinkte Site nicht etwa direkt wieder auf die verlinkende Site zuruckverlinkt, da die verlinkende Site wieder einen Teil des verlorenen PageRanks zuruckgewinnen wurde. Solange eine Ruckverlinkung sich uber eine gar nicht so gro?e Anzahl von Webseiten erstreckt, ist dieser Effekt jedoch durch die Wirkungsweise des Dampfungsfaktors zu vernachlassigen. Ferner Bedingung fur die Gultigkeit der Formel ist, dass die verlinkende Site nicht bereits vorher ausgehende Links besitzt. Sollte dies jedoch der Fall sein, vermindert sich die Hohe des Verlustes der betrachteten Site, und gleichzeitig haben die bereits verlinkten Webseiten einen entsprechenden Verminderung des PageRank hinzunehmen.
Selbst wenn fur eine tatsachlich existierende Website die PageRank-Werte der einzelnen Webseiten bekannt waren, konnte allerdings dennoch nicht ohne weiteres im Vorhinein ermittelt werden, wie sehr das Hinzufugen eines externen Links den PageRank der einzelnen Seiten vermindert, da die oben genannten Formel den Status nach der Verlinkung betrachtet.
Intuitive Begrundung fur den Effekt ausgehender Links
Intuitiv lasst sich der Verlust von PageRank fur die eigenen Seiten damit erklaren, dass der Zufalls-Surfer aus dem Random Surfer Modell durch das Hinzufugen eines externen Links mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einen Link auf eine der internen Seiten verfolgt. Damit sinkt in der Folge auch die Wahrscheinlichkeit, mit der sich der Surfer auf einer derjenigen Seiten aufhalt, die wiederum auf diejenige Seite verlinken, der der externe Link hinzugefugt wurde, womit auch deren PageRank sinken muss.
Es bleibt letztlich festzuhalten, dass ausgehende externe Links den aufsummierten PageRank aller Webseiten einer Website und gegebenenfalls auch den PageRank jeder einzelnen Seite einer Site vermindern. Da jedoch die Verlinkung zwischen Websites gerade die Grundlage des PageRank-Verfahrens darstellt und fur sein Funktionieren unabdingbar ist, besteht durchaus die Moglichkeit, dass ausgehende Links an einer anderen Stelle innerhalb der Bewertung von Webseiten durch die Suchmaschine Google positiven Einfluss nehmen. Schlie?lich machen gerade auch relevante ausgehende Links die Qualitat einer Website aus, und Webmaster, die Links auf andere Websites setzen, beziehen gewisserma?en deren Content in das eigene Web-Angebot mit ein.
Dangling Links
Ein nicht ganz unwichtiger Aspekt ausgehender Links ist das Fehlen ausgehender Links. Sobald einzelne Webseiten keine ausgehenden Links aufweisen, versickert der PageRank gewisserma?en an diesen Stellen. Lawrence Page und Sergey Brin bezeichnen Verweise auf derartige Seiten als "Dangling Links".
Die Auswirkungen von Dangling Links sollen anhand eines kleinen Beispiels veranschaulicht werden. Wir betrachten eine Website die aus aus den drei Seiten A, B und C besteht. Die Seiten A und B verlinken sich gegenseitig. Seite A verlinkt zudem auf Seite C, die ihrerseits jedoch keine ausgehenden Links aufweist. Fur den PageRank der einzelnen Seiten ergeben sich bei einem angenommenen Dampfungsfaktor d von 0.75 die folgenden Gleichungen:
PR(A) = 0.25 + 0.75 PR(B)
PR(B) = 0.25 + 0.375 PR(A)
PR(C) = 0.25 + 0.375 PR(A)
Die Losung dieses Gleichungssystems ergibt die folgenden PageRank-Werte:
PR(A) = 14/23
PR(B) = 11/23
PR(C) = 11/23
Damit betragt der aufaddierte PageRank aller Seiten 36/23, also nur etwas mehr als die Halfte dessen, was zu erwarten gewesen ware, wenn Seite C auf eine der beiden Seiten A oder B verlinkt hatte. Die Anzahl von Dangling Links ist nach Angaben von Page und Brin nicht unbetrachtlich - und sei es, weil zahlreiche verlinkte Seiten von Google nicht indexiert sind, etwa weil die Indexierung per robots.txt verhindert wird. Hier ist zusatzlich zu berucksichtigen, dass Google mittlerweile auch andere Dokumenten-Typen als HTML wie zum Beispiel PDF oder Word Dateien indexiert, die keine wirklichen ausgehenden Links haben. Dangling Links konnten also nicht unbetrachtliche Folgen fur das PageRank-Verfahren haben.
Um die negativen Effekte von Dangling Links auszuschalten, werden diese Angaben von Page und Brin zufolge vor der PageRank-Berechnung aus der Datenbank unter Anpassung der jeweiligen Anzahl von ausgehenden Links entfernt bis alle PageRank-Werte berechnet sind. Bei der Entfernung von Dangling Links handelt es sich um einen iterativen Vorgang, da das Entfernen wiederum neue Dangling Links erzeugen kann, wie aus unserer einfachen Abbildung ersichtlich. Nachdem die eigentliche PageRank-Berechnung abgeschlossen ist, wird auch den Dangling Links PageRank - auf der Basis der PageRank-Werte der auf sie verweisenden Seiten und unter Ruckgriff auf den PageRank-Algorithmus - zugewiesen. Dies erfordert ebenso viele Iterationen wie bei der Entfernung der Dangling Links. Um bei unserer Abbildung zu bleiben, konnte schlie?lich Seite C vor Seite B bearbeitet werden. Seite B weist dann im ersten Bearbeitungsdurchlauf bei der Bearbeitung von Seite C noch keinen PageRank auf, womit Seite C wiederum ein PageRank von 0 zugewiesen wurde. Erst anschlie?end erhalt Seite B ihren PageRank und im zweiten Bearbeitungsschritt wurde Seite C einen tatsachlichen PageRank zugewiesen bekommen.
Fur unser ursprungliches Beispiel hat das Entfernen von Seite C aus der Datenbank zur Folge, dass die Seiten A und B nach Abschluss der Berechnungen jeweils einen PageRank von 1 erhalten. Seite C wird dann im Anschluss ein PageRank in Hohe von 0.25 + 0.375 PR(A) = 0.625 zugewiesen. Damit enspricht der aufaddierte PageRank zwar nicht der Anzahl der Seiten, doch zumindest diejenigen Seiten mit ausgehenden Links nehmen keinen Schaden durch Dangling Links.
Durch die Eliminierung von Dangling Links haben diese also keinen negativen Einfluss auf den PageRank der ubrigen Seiten. Und wie bereits erwahnt, sind Verweise auf Dokumententypen, die keine ausgehenden Links aufweisen konnen, grundsatzlich Dangling Links. Damit wird auch unmittelbar deutlich, dass etwa Links auf PDF-Dokumente den PageRank einer darauf verlinkenden Seite bzw. Site nicht reduzieren konnen. PDF-Dokumente konnen also ein sehr gutes Instrument der Suchmaschinenoptimierung fur Google sein.
Der Einfluss der Anzahl der Seiten auf den PageRank
Da der aufaddierte PageRank aller Seiten des Webs gleich der Anzahl der Seiten ist, folgt unmittelbar, dass eine zusatzliche Seite den aufaddierten PageRank des Webs um eins erhoht. Wesentlich interessanter als die Auswirkungen zusatzlicher Seiten auf den aufaddierten PageRank des gesamten Webs sind die Auswirkungen auf den PageRank der Seiten einer konkreten Site.
Um die konkreten Auswirkungen zusatzlicher Seiten zu veranschaulichen, betrachten wir zunachst eine hierarchisch strukturierte Beispielsite bestehend aus den drei Seiten A, B und C, der auf der unteren Ebene eine zusatzliche Seite D hinzugefugt wird. Die Site hat keine ausgehenden Links. Auf Seite A verlinkt eine externe Seite X mit einem PageRank von 10 durch ihren einzigen ausgehenden Link. Bei einem Dampfungsfaktor d in Hohe von 0.75 ergeben sich vor dem Hinzufugen von Seite D die folgenden Gleichungen fur den PageRank der einzelnen Seiten:
PR(A) = 0.25 + 0.75 (10 + PR(B) + PR(C))
PR(B) = PR(C) = 0.25 + 0.75 (PR(A) / 2)
Die Losung des Gleichungssystems ergibt die folgenden PageRank-Werte:
PR(A) = 260/14
PR(B) = 101/14
PR(C) = 101/14
Nach dem Hinzufugen von Seite D lauten die Gleichungen fur die PageRank-Berechnung folgenderma?en:
PR(A) = 0.25 + 0.75 (10 + PR(B) + PR(C) + PR(D))
PR(B) = PR(C) = PR(D) = 0.25 + 0.75 (PR(A) / 3)
Die Losung dieses Gleichungssystems ergibt die folgenden PageRank-Werte:
PR(A) = 266/14
PR(B) = 70/14
PR(C) = 70/14
PR(D) = 70/14
Da unsere Beispielsite keine ausgehenden Links aufweist, steigt der aufaddierte PageRank aller Seiten nach dem Hinzfugen von Seite D erwartungsgema? um genau 1 von 33 auf 34. Ferner steigt der PageRank von Seite A marginal an. Der PageRank der Seiten B und C jedoch sinkt um ein betrachtliches Ma?.
Die Reduzierung des PageRanks durch zustatzliche Seiten
Bei dem Hinzufugen zusatzlicher Seiten zu einer Website mit strikt hierarchischer Struktur sind die Auswirkungen auf den PageRank der bereits bestehenden Seiten uneinheitlich. Welche Auswirkungen das hinzufugen von Seiten zu Sites mit anderer Struktur hat, soll wiederum anhand eines Beispiels erlautert werden.
Betrachtet wird jetzt eine Website, deren Seiten A, B und C untereinander im Kreis verlinken und der eine zusatzliche Seite D hinzugefugt wird, die sich in die bestehende Linkstruktur einpasst. Die Site hat ebenfalls keine ausgehenden Links. Auf Seite A verlinkt wiederum eine externe Seite X mit einem PaeRank von 10 durch ihren einzigen ausgehenden Link. Bei einem Dampfungsfaktor d in Hohe von 0.75 ergeben sich vor dem Hinzufugen von Seite D die folgenden Gleichungen fur den PageRank der einzelnen Seiten:
PR(A) = 0.25 + 0.75 (10 + PR(C))
PR(B) = 0.25 + 0.75 ? PR(A)
PR(C) = 0.25 + 0.75 ? PR(B)
Die Losung des Gleichungssystems ergibt die folgenden PageRank-Werte:
PR(A) = 517/37 = 13.97
PR(B) = 397/37 = 10.73
PR(C) = 307/37 = 8.30
Nach dem Hinzufugen von Seite D lauten die Gleichungen fur die PageRank-Berechnung folgenderma?en:
PR(A) = 0.25 + 0.75 (10 + PR(D))
PR(B) = 0.25 + 0.75 ? PR(A)
PR(C) = 0.25 + 0.75 ? PR(B)
PR(D) = 0.25 + 0.75 ? PR(C)
Die Losung dieses Gleichungssystems ergibt die folgenden PageRank-Werte:
PR(A) = 419/35 = 11.97
PR(B) = 323/35 = 9.23
PR(C) = 251/35 = 7.17
PR(D) = 197/35 = 5.63
Wiederum steigt der aufaddierte PageRank aller Seiten nach dem Hinzfugen von Seite D um genau 1 von 33 auf 34. Jetzt allerdings verlieren alle bereits vorher existierenden Seiten an PageRank. Dieser Effekt zeigt sich stets um so eher, je gleichma?iger der PageRank auf die einzelnen Seiten einer Site verteilt werden.
Damit wird auch deutlich, dass der PageRank-Algorithmus grundsatzlich kleinere Websites bevorzugt. Dies ist allerdings dadurch zu relativieren, dass Sites mit mehr Content dies ausgleichen konnen, indem andere Seitenbetreiber um so eher auf sie verlinken.
Es ist allerdings auch moglich, durch zusatzliche Seiten den PageRank bereits existierender Seiten zu steigern. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass auf die zusatzlichen Seiten moglichst wenig PageRank verteilt wird.
Wie Google Pagerank, d.h. Linkpopularitat, berechnet
Google findet, wie traditionelle Suchmaschinen, uberwiegend Seiten, die vom Anwender gesuchte Worter im Text enthalten. Bei etablierten und uber langere Zeit bekannten Prasenzen liefert Google aber auch relevante Seiten, wenn diese die gesuchten Begriffe nicht enthalten. Hierdurch unterscheidet sich Google von vielen Suchmaschinen.
Google war die erste kommerziell betriebene Suchmaschine, die Linkpopularitat beim Suchmaschinen-Ranking berucksichtigt, und die gleichzeitig den bekanntesten Linkpopularitat-Algorithmus einsetzt und pflegt. Wahrend Suchmaschinen wie AllTheWeb und AltaVista ebenfalls Linkpopularitat berucksichtigen, hat diese bei Google die erkennbar grosste Bedeutung.
Googles ursprunglicher Algorithmus wird [in englischer Sprache] in einer ausfuhrlichen Abhandlung der Entwickler dokumentiert.
Wahrend die Implementierung in der Vergangenheit mehrfach verbessert wurde [und entscheidene Konfigurationseinstellungen in der bei Stanford veroffentlichten Arbeit nicht genannt werden], erfolgen alle Berechnungen der Linkpopularitat prinzipiell immer noch nach dem ursprunglichen Verfahren.
Der auf den Namen Pagerank getaufte Algorithmus berechnet nicht mehr als die Wichtigkeit einer Web-Seite. Die Wichtigkeit oder Bedeutung - und damit die Linkpopularitat - einer einzelnen Seite wird durch Berucksichtigung aller bekannten Empfehlungen Dritter ermittelt. Eine Empfehlung entsteht, wenn eine Seite einen Link auf eine andere enthalt, wenn z.B. ein Verbraucherschutzverband auf einer seiner Seiten einen Link auf einen Hersteller anbringt. Festgehalten wird der Pagerank-Wert der Quellseite wie auch der dortige Linktext.
Der Google Pagerank Algorithmus [und vergleichbare Verfahren] berucksichtigt dabei nicht den semantischen Inhalt von Linktexten. Ob ein Link eine tatsachliche Empfehlung [z.B. "Testsieger im Produktvergleich"] oder vielleicht eine Produktwarnung ausdruckt [z.B. "Unfallgefahr im Alltag"], bleibt bei den Berechnungen der Linkpopularitat wie auch bei der Sortierung der Suchergebnisse unberucksichtigt.
Da die Linktexte aller externen Empfehlungen aber bei der Ermittlung potentieller Fundstellen ebenfalls Anwendung finden, werden die ersteren nur bei der Suche nach z.B. "Testsieger" berucksichtigt, wahrend tatsachliche Warnungen nur in die Gleichung eingehen, wenn der Anwender "Unfallgefahr" sucht. Auf die maschinelle Erkennung der Bedeutung kann also verzichtet werden.
Google findet damit fur jede Suchanfrage nur Seiten, die die gesuchten Begriffe im Seitentext enthalten, oder auf die unter Nennung dieser Worter von aussen von ausreichend "wertvollen" Seiten oft genug verlinkt wird.
Der eigentliche Pagerank [Wert] einer Seite - ohne Berucksichtigung des Inhalts - wird nach einer bestechend einfachen iterativen Formel ermittelt. Die in der Stanford-Arbeit von Brin und Page veroffentliche Formel lautet
PR(A) = (1-d) + d (PR(T1)/C(T1) + ... + PR(Tn)/C(Tn))
wobei PR(A) der Pagerank der Zielseite, d ein Dampfungsfaktor, PR(T) der Pagerank einer externen Seite und C(T) die Zahl der von dieser Seite ausgehenden Links ist. Um den Pagerank einer beliebigen Seite ermitteln zu konnen, mussen wir zuvor die Bedeutung aller auf diese Seite linkenden Seiten kennen. Das augenscheinliche Dilemma der anfangs unbekannten Werte wird dadurch gelost, dass allen - oder besser, fast allen - Seiten ein einheitlicher Ausgangswert zugeteilt wird.
Die Pagerank-Funktionsweise ist leichter erklart, wenn wir uns auf drei Web-Seiten beschranken, fur die wir die Linkpopularitat ermitteln wollen.
Nehmen wir an, das Web besteht aus drei Seiten, die wir A, B und C nennen. A linkt auf B und C, B nur auf C, und C auf A und B. A hat damit einen eingehenden Link [von C], B hat zwei [von A und C] und C hat zwei eingehende Links [von A und B].
Wenn wir den Ausgangswert jeder Seite auf 1.0 setzen und den in der Stanford-Arbeit genannten Dampfungsfaktor von 0.85 anwenden, sehen wir, wie Google arbeitet.
Jede Seite kann (Pagerank/Zahl der ausgehenden Links) weitergeben, d.h. zunachst einmal (1/Links).
A verteilt also (1/2)=0.5 je Link, B gibt (1/1)=1 weiter und C wie die erste Seite ebenfalls (1/2)=0.5. Die Summe aller an eine Seite weitergegebenen Werte wird vor der Addition mit dem Dampfungsfaktor multipliziert. Wir haben daher
Ausgangswert plus die von C verteilte Summe multipliziert mal Dampfung:
(1-0.85) + (0.85 * 0.5) = 0.575 Pagerank,
Ausgangswert plus 0.5 von A und 0.5 von B, beide multipliziert mal 0.85 ergibt einen Pagerank von:
(1-0.85) + 0.85*(0.5+0.5) = 1.
Ausgangswert plus 0.5 von A plus 1.0 von B, d.h.:
(1-0.85) + 0.85*(0.5+1.0) = 1.425.
Wir sehen, dass C die wichtigste Seite ist, weil sie wie B auch zwei eingehende Links besitzt, vor allem aber, weil ihr von B ein ungeteilter Pagerank-Wert zugewiesen wurde.
In der Praxis werden diese Kalkulationen mehrfach wiederholt. Die Anzahl der iterativen Berechnungen ist nicht bekannt, wird von Insidern aber auf zwischen 20 und 100 geschatzt und oft bis zu einer Woche. Beobachten konnen Sie das durch die Kalkulationen ausgeloste Auf und Ab betroffener Seiten - wahrend eines Updates - tagelang, wenn Sie bei www.google.com, www2.google.com und www3.google.com suchen und die Ergebnisse vergleichen. Die Wiederholung der Berechnungen fuhrt mit jeder zusatzlichen Kalkulation zu ausgeglichenen Wahrscheinlichkeitswerten fur die Linkpopularitat jeder Seite.
Schon das kurze Beispiel sollte zeigen, dass bei Google nicht die Zahl der auf eine Seite eingehenden Links, sondern deren Wert oder Pagerank entscheidet. Der Wert eines Links wiederum basiert auf dem Pagerank der Quellseite [dividiert durch die Zahl der von dieser ausgehenden Links]. Und Google ist durchaus in der Lage, zwischen systematisch erstellten Links und ausgesprochenen "Empfehlungen" zu unterscheiden. Pagerank ignoriert z.B. alle Links, die in Verbindung mit Bannerwerbung, Gastebuchern oder auch Redaktionssystemen systematisch angebracht werden oder die auf Prasenzen in einem Firmenverbund oder Linksystem hindeuten.
Manipulationsversuche, z.B. durch Einrichtung von Web-Verzeichnissen, Linklisten oder auch systematischen Linktausch werden ebenfalls von Google erkannt und bei den Berechnungen ignoriert. Krasse Missbrauche fuhren oft zur vollstandigen Sperre der beteiligten Sites.
Der Pagerank-Algorithmus hat fur den Betreiber einer neuen Site, die sich Themen mit hohem Wettbewerb widmet, einen bedeutenden Nachteil. Neue Sites haben kaum eine Chance, bei Google gefunden zu werden, da eine neu eingerichtete Site selten von aussen verlinkt ist, d.h. sie wird im Vergleich zu etablierten Prasenzen entsprechend niedrig bewertet. Hinzukommt, dass die zuerst ausgegebenen Suchergebnisse auch das grosste Wachstum externer Links aufweisen.
Aus diesem Grunde empfehle ich den Eintrag in den wichtigsten Verzeichnissen, allen voran das Open Directory Project sowie Yahoo!.
Die Bedeutung des Pagerank bei der Rangfolge der Suchergebnisse fur jede Suchanfrage ist unterschiedlich. Je grosser die Zahl indizierter Fundstellen fur eine Suchanfrage, desto wichtiger wird Pagerank im Vergleich zum eigentlichen Seiteninhalt und semantisch betonendem Seitenaufbau fur die Suchmaschinen-Position. Bei Themen mit geringem Wettbewerb oder Seiten, deren Linkpopularitat in etwa einheitlich ist, entscheidet aber auch bei Google relevanter Inhalt und vorteilhafte Seitenkonstruktion.
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